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Ascenion beteiligt sich an der Photonion GmbH
Neue Technologie zur direkten Analyse komplexer organischer Gase
9. November 2009, München – Die Ascenion GmbH hat sich an der Photonion GmbH beteiligt. Das Start-up Unternehmen wurde von Wissenschaftlern des Helmholtz Zentrums München und zwei mittelständischen Firmen gegründet, der Airsense Analytics GmbH, Schwerin und der Tofwerk AG, Thun, Schweiz. Das Ziel des Unternehmens ist die Entwicklung neuer Analysegeräte auf Grundlage der Massenspektroskopie, um komplexe organische Gase, Flüssigkeiten oder Materialien direkt analysieren zu können. Mögliche Anwendungen reichen von der Prozesskontrolle in der Kaffeerösterei oder Plastikproduktion über die Analyse von Zigarettenrauch oder Rohöl bis hin zur Bestimmung der Feinstaubbelastung.
Die Technologie beruht auf der so genannten Einphotonenionisation und nutzt eine innovative Vakuum-UV Lichtquelle, die von Professor Ralf Zimmermann und seinem Team entwickelt wurde. „Der entscheidende Vorteil der Photoionisation ist, dass die zu vermessende Substanz kaum zerstört wird, so dass man aussagekräftige Ergebnisse erhält – selbst bei komplexen Mischungen“, erklärt Zimmermann. „So können wir die zeit- und kostenintensiven Trennverfahren, die sonst vor einer massenspektroskopischen Analyse erforderlich sind, meist überspringen. Deshalb ist das System gerade für die Prozessüberwachung und Qualitätskontrolle ideal geeignet. ”
Photonion hat bereits zwei strategische Allianzen zur Entwicklung und Vermarktung zweier spezifischer Analyse-Systeme abgeschlossen. Eines der Systeme soll durch die Kombination von Thermoanalyse und Massenspektroskopie eine direkte Analyse von organischen Feststoffen ermöglichen, das andere die unmittelbare Untersuchung von Zigarettenrauch, direkt im Zuge des Rauchvorgangs. Langfristig plant das Unternehmen, auf Grundlage seiner Technologie eigenständige Geräte zu entwickeln und zu vermarkten, die vielfältig einsetzbar sind.
„Photonion hat beste Startbedingungen”, kommentiert Dr. Sigrid Scheek, Technologiemanager bei Ascenion. Tofwerk hat eine hervorragende Infrastruktur und viel Know-how in der Produktion von massenspektroskopischen Geräten, Airsense besondere Kenntnisse und Erfahrung in der Systemintegration und im Marketing. Die Geschäftsführer von Airsense, Dr. Andreas Walte und Wolf Münchmeyer, werden zunächst die Geschäftsleitung von Photonion übernehmen. Professor Zimmermann wird das Unternehmen als Berater begleiten und Photonion damit langfristig Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen sichern. Außerdem wurden alle Patente zur Photoionisation und Massenspektroskopie exklusiv vom Helmholtz Zentrum München an Photonion lizenziert. Der Lizenzvertrag wurde von der Ascenion GmbH verhandelt, die das Gründungsteam auch in rechtlichen, strategischen und finanziellen Fragen unterstützt hat.
„Photonion ist in vielfacher Hinsicht ein beispielhaftes Ausgründungsprojekt”, meint Dr. Christian Stein, Geschäftsführer von Ascenion. „Das Management ist erfahren und in der Branche gut vernetzt, die beteiligten Gründer ergänzen sich ideal in ihren Kompetenzen und die strategischen Partnerschaften werden einen raschen Markteintritt ermöglichen. Auf diese Weise können die Gründer ihr Unternehmen nachhaltig entwickeln – ohne zunächst große Summen an Risikokapital aufnehmen zu müssen.”
Die Startfinanzierung wird vom Helmholtz-Enterprise-Fonds, dem Helmholtz Zentrum München, Tofwerk und Airsense zur Verfügung gestellt.
Zimmermann sagt: “Durch die gute Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, Industrie und Technologietransfer werden wir die Früchte von mehr als 20 Jahren Forschung auf diesem Gebiet jetzt ernten können. Für mich ist es äußerst befriedigend, dass unsere Erfindung dadurch zur Anwendung gelangt. Außerdem bietet Photonion spannende Karrieremöglichkeiten für die Wissenschaftler, die zunächst als Doktoranden in meinem Team begonnen haben.”
Im Rahmen eines kürzlich gegründeten „Massenspektroskopie-Zentrums“, einem Kooperationsprojekt des Helmholtz Zentrums München und der Universität Rostock, werden Zimmermann und seine Kollegen ihre Forschung auf dem Gebiet der Photoionisation fortführen und weitere Anwendungsmöglichkeiten untersuchen, insbesondere in den Bereichen Medizin und Energie.