zurück
Zulassung von Removab®:
Proof-of-Concept für den Technologietransfer in Deutschland
23. April 2009, München - Removab®, ein trifunktionaler Antikörper zur Behandlung von malignem Aszites, hat die Zulassung durch die Europäische Kommission erhalten. Damit erreicht erstmals ein therapeutischer Antikörper den Markt, der an einer deutschen Forschungseinrichtung erfunden und von einem daraus hervorgegangenen Spin-out in Kooperation mit einem Pharmaunternehmen bis zur Marktreife entwickelt wurde.
"Diese Erfolgsgeschichte zeigt, dass die öffentliche Forschung in Deutschland einen wesentlichen Beitrag zur Lösung drängender Fragen unserer Gesellschaft leistet und damit ihrem Auftrag und Anspruch gerecht wird", so Christian Stein, Geschäftsführer der Ascenion GmbH. "Allerdings wird auch deutlich, dass Forschung, Technologietransfer und Industrie an einem Strang ziehen müssen. Nur dann kann es gelingen, das Potenzial aussichtsreicher Erfindungen zu erkennen, angemessen zu schützen und in die Anwendung voran zu bringen."
Die Beteiligten in diesem Fall sind: das Helmholtz Zentrum München (ehemals GSF), die daraus hervorgegangene TRION Pharma GmbH, die Ascenion GmbH als Technologietransferpartner und die Fresenius Biotech GmbH als Entwicklungs- und Industriepartner.
In den 90er Jahren schuf der Wissenschaftler und spätere TRION Pharma Firmengründer Horst Lindhofer am Helmholtz Zentrum München die Grundlage für die Technologie, auf der auch Removab® beruht. Bereits 1994 meldete das Helmholtz Zentrum erste Patente an und baute den Patentschutz mit Unterstützung von Ascenion in den folgenden Jahren kontinuierlich aus. 1998 wurde das gesamte Portfolio exklusiv an TRION Pharma lizenziert, die eigens zu dem Zweck gegründet wurde, die neue Technologie in die medizinische Anwendung zu überführen. Im Lizenzvertrag wurde vereinbart, dass im Erfolgsfall umsatzabhängige Lizenzgebühren zurückfließen. Außerdem erhielt Ascenion Anteile an TRION Pharma. Unmittelbar nach ihrer Gründung schloss TRION Pharma dann einen Kooperationsvertrag mit Fresenius, den die Partner schrittweise zu einer umfassenden Entwicklungspartnerschaft für insgesamt drei trifunktionale Antikörper einschließlich Removab® ausbauten. Die ursprünglich von Ascenion gehaltenen Firmenanteile wurden im Zuge dessen in mehreren Tranchen an Fresenius Biotech GmbH veräußert.
"Dabei haben wir eine nachhaltige Strategie verfolgt, d.h. der langfristige Erfolg des Produktes war uns immer wichtiger als ein kurzfristiger finanzieller Gewinn", erläutert Christian Stein. "Als Technologietransferpartner geht es uns primär darum, Forschungseinrichtungen und ihre Wissenschaftler optimal zu unterstützen, damit sie ihre Erfindungen in Produkte umsetzen können, sei es durch Spin-offs, Industriekooperationen oder einen Mix aus beidem. Diese Strategie war sicher mitentscheidend für den Erfolg."
Als 100%ige Tochter der Life Science-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung schüttet Ascenion Erlöse aus dem Verkauf von Firmenanteilen an die Stiftung aus, die sie ihrerseits für öffentliche Forschungsvorhaben zur Verfügung stellt. Umsatzabhängige Lizenzerlöse gehen an die Forschungseinrichtungen, aus denen die Erfindungen jeweils hervorgegangen sind.
"Letztlich zahlt sich unsere nachhaltige Strategie für Forschung und Gesellschaft also aus - nicht nur finanziell, sondern auch durch neue Therapien und zukunftsfähige Arbeitsplätze", so Christian Stein. "Allerdings braucht es dafür eine kritische Masse guter Erfindungen, die auch erkannt und entwickelt werden, so dass einzelne Erfolge die erfahrungsgemäß hohe Rate an Misserfolgen in der biopharmazeutischen Entwicklung ausgleichen können. Dies ist eine entscheidende Herausforderung für den Technologietransfer in Deutschland."