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HZI und Bayer Schering Pharma AG suchen nach neuen Wirkstoffen gegen Krebs

Ascenion vermittelt Kooperation zwischen Grundlagenforschung und Industrie

20. März 2007, München – Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig (HZI) und das Pharmaunternehmen Bayer Schering Pharma AG werden künftig zusammen arbeiten, um neue Wirkstoffe zu identifizieren, die zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden könnten. Grundlage des gemeinsamen Projektes bildet das in mehr als 40 Jahren erworbene, weltweit führende Know-how von HZI-Wissenschaftlern rund um die im Boden lebenden Myxobakterien und ihre Stoffwechselprodukte.

Über hundert von Myxobakterien produzierte Substanzen haben die Wissenschaftler bereits isoliert und zum Teil charakterisiert. Diese sollen im Rahmen der Zusammenarbeit auf ihre wachstums- hemmende Wirkung bei Krebszellen hin untersucht werden. HZI-Wissenschaftler werden die Forschungsarbeiten durchführen und dabei auch von Bayer Schering Pharma AG entwickelte Testverfahren nutzen. In einem weiteren Projekt wird das HZI außerdem von Bayer Schering Pharma AG bereitgestellte Substanzen untersuchen. Für seine Leistungen erhält das HZI ein marktübliches Honorar.

Dies ist bereits der 45. Vertrag mit der Industrie, den das Team von Ascenion seit Beginn seiner Zusammenarbeit mit dem HZI Ende 2002 (damals noch GBF) für das Institut angebahnt und verhandelt hat. „Das große Interesse seitens der Industrie belegt das enorme Potenzial der öffentlichen Forschung in Deutschland. Gerade auf der Suche nach neuen therapeutischen Wirkstoffen ist ihr Beitrag unverzichtbar. Wir freuen uns, wenn wir durch unsere Mittlerrolle dazu beitragen können, dass Erkenntnisse aus unseren Forschungseinrichtungen für den medizinischen Fortschritt genutzt werden“, sagt Dr. Christian Stein, Geschäftsführer der Ascenion GmbH.

Prominente Beispiele wie das Krebsmedikament Taxol zeigen, dass aus der systematischen Analyse von Naturstoffen sehr erfolgreiche Arzneimittel entstehen können. Auch das Potenzial von Stoffwechselprodukten aus Myxobakterien ist allgemein anerkannt. Dazu zählen z.B. auch die wachstumshemmenden  Disorazole, die im Jahr 2004 – ebenfalls vermittelt durch Ascenion – vom HZI an das Pharmaunternehmen Zentaris lizenziert wurden. Eine weitere Substanz mit anti-Tumor-Wirkung, das sogenannte Epothilon, haben HZI-Wissenschaftler bereits 1987 aus Myxobakterien isoliert. Mehrere Epothilon-Varianten werden momentan von verschiedenen Pharmafirmen in klinischen Studien geprüft.

Sollte im Rahmen der jetzt vereinbarten Kooperation mit dem HZI eine Substanz identifiziert werden, die sich möglicherweise als Krebsmedikament eignet, werden die Parteien mit Ascenions Unterstützung über eine mögliche Lizenznahme verhandeln.