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Start-up Trianta: Neue T-Zell Therapien zur Bekämpfung von Krebs

Erste Leukämie-Patienten im Rahmen einer Phase-I-Studie behandelt

13. Januar 2014, München – Trianta Immunotherapies GmbH, eine neue Ausgründung aus dem Helmholtz Zentrum München, hat ein Lizenzabkommen mit dem Helmholtz Zentrum München und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Berlin-Buch (MDC) abgeschlossen. Damit erhält das Start-up weltweit exklusive Rechte an Patenten und Know-How bezüglich Technologien zur Entwicklung adoptiver T-Zell-Therapien und personalisierter Impfstoffe auf Basis dendritischer Zellen. Beide Plattformen beruhen auf vielen Jahren intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit von Prof. Dolores Schendel und ihrem Team am Helmholtz Zentrum München, teils in Kooperation mit Prof. Thomas Blankenstein am MDC. Ascenion, der Technologietransfer-Partner beider Institute, hat jahrelang mit den Teams zusammengearbeitet, um einen umfassenden Patentschutz zu sichern, und hat den Lizenzvertrag verhandelt. Als Teil des Abkommens hat Ascenion Anteile an Trianta erworben.

Trianta verfolgt verschiedene immuntherapeutische Strategien, die sich gegen unterschiedliche Krebsformen und –stadien richten. Der Fokus liegt immer auf T-Zellen; dies sind weiße Blutkörperchen, die eine zentrale Rolle in der Immunabwehr spielen. „T-Zellen sind von Natur aus die besten Waffen gegen Krebs. Nur sie haben die Fähigkeit, die Krankheit zu heilen”, erläutert Prof. Schendel, Geschäftsführerin und wissenschaftliche Leiterin von Trianta. „Im Laufe der letzten 10 Jahre ist unser Verständnis immunologischer Mechanismen enorm gewachsen. Wir sind jetzt im Begriff, unsere Vision, T-Zellen zur Bekämpfung von Krebs zu nutzen, klinisch zu realisieren. Das zeigen auch die Durchbrüche, die Teams in aller Welt in jüngster Zeit auf diesem Gebiet erzielt haben.”

Das am weitesten fortgeschrittene Programm von Trianta ermöglicht die Entwicklung personalisierter Impfstoffe auf Basis dendritischer Zellen. Diese induzieren die Reifung tumorspezifischer T-Zellen im Körper der Patienten und stimulieren sowohl die T-Zellen als auch natürliche Killerzellen, Krebszellen zu attackieren. Dieser Ansatz ist vor allem zur Behandlung minimaler residualer Krebserkrankungen geeignet. Ergebnisse von ersten Anwen­dungen im Rahmen von individuellen Therapie-Heilversuchen weisen darauf hin, dass diese Impfstoffe gut verträglich sind und die Immunabwehr wirksam aktivieren. Derzeit läuft eine akademische Phase-I-Studie zur Behandlung akuter myeloischer Leukämie (AML) am Klinikum der Ludwig-Maximilian-Universität München. Eine akademische Phase-II-Studie zur Behandlung von Prostatakrebs ist für 2014 an der Universitätsklinik Oslo geplant.

Eine zweite Plattform des Unternehmens erlaubt die Entwicklung adoptiver T-Zell-Therapien zur Behandlung fortgeschrittener Krebsstadien. Patienteneigene T-Zellen werden außerhalb des Körpers mit neuen Rezeptoren ausgerüstet, so dass sie Krebszellen erkennen und effektiv vernichten können. In nur 10 Tagen erhalten Patienten so eine ganze Armee spezifischer T-Zellen, die den Tumor direkt bekämpfen können – ungeachtet dessen, dass die Immunabwehr durch fortgeschrittene Tumore normalerweise stark eingeschränkt ist. Momentan baut Trianta eine umfassende Bibliothek an rekombinanten T-Zell-Rezeptoren auf, ebenso ein Verfahren zur Kombination dieser Rezeptoren mit patienteneigenen T-Zellen, gemäß regulatorischer Standards.

„Wir sind beeindruckt von der wissenschaftlichen Exzellenz und dem außergewöhnlichen Einsatz von Professor Schendel und ihrem Team”, meint Dr. Stefanie Possekel, Direktorin Technologiemanagement bei Ascenion. „Es ist bemerkenswert, wie weit sie ihren Ansatz inzwischen vorangebracht haben – zum einen durch Kooperation mit erstklassigen akademischen und klinischen Partnern und zum anderen durch ihre vorausschauende Zusammenarbeit mit den Zulassungsbehörden.”

Das Team um Frau Prof. Schendel hat öffentliche Fördermittel zur Finanzierung früher Entwicklungsarbeiten gewonnen, u. a. einen m4 Award des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und eine Förderung im Rahmen des EXIST-Programms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Das jetzt gegründete Unternehmen hat gerade seine erste Finanzierungsrunde initiiert und evaluiert derzeit unterschiedliche Finanzierungsstrategien.

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Über die Trianta

Die Ende 2013 gegründete Trianta Immunotherapies GmbH entwickelt innovative, T-Zell orientierte Therapien, die aus den Arbeiten von Prof. Dolores Schendel und ihrem Team am Helmholtz Zentrum München in Kooperation mit Prof. Thomas Blankenstein am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Berlin-Buch hervorgegangen sind. Das Unternehmen arbeitet an drei Plattformen zur personalisierten Therapie unterschiedlicher Krebsformen und –stadien. Der Fokus liegt immer auf T-Zellen:

  • Dendritische Zellvakzine (Impfstoffe), in klinischer Prüfung: die Reifung eigener, tumorspezifischer T-Zellen wird induziert, T-Zellen und natürliche Killerzellen werden stimuliert, Krebszellen zu attackieren; zur Behandlung minimaler residualer Krebserkrankungen
  • Adoptive T-Zell-Therapie, in finaler präklinischer Entwicklung: patienteneigene T-Zellen werden außerhalb des Körpers mit geeigneten T-Zell-Rezeptoren ausgerüstet, so dass sie im Körper des Patienten Krebszellen entdecken und vernichten können; zur Behandlung fortgeschrittener Tumorstadien
  • T-Zell-spezifische Antikörper, Technologie ist validiert: unerwünschte T-Zellen werden anhand ihres T-Zell-Rezeptors spezifisch erkannt und entfernt; zur Behandlung von Krankheiten, die durch T-Zellen verursacht werden, oder zur Vorbereitung von Transplantationen

Trianta hat Ende 2013 eine akademische Phase-I-Studie zur Behandlung von akuter mye­loischer Leukämie (AML) begonnen. Diese wird in Kooperation mit Prof. Wolfgang Hiddemann an der Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und Dr. Marion Subklewe, Leiterin der „Klinischen Kooperationsgruppe Immuntherapie“, einem Gemeinschaftsprojekt von LMU und Helmholtz Zentrum München, durchgeführt. Außerdem plant Trianta eine akademische Phase-II-Studie zur Behandlung von Prostatakrebs in Zusammenarbeit mit Prof. Gunnar Kvalheim an der Universitätsklinik Oslo.

Die Teams von Ascenion und der BioM, insbesondere Prof. Horst Domdey und Dr. Bernhard Wimmer, haben die Wissenschaftler in Sachen IP, Finanzierung, Gründung und Business Development unterstützt.

Kontakt:
Trianta Immunotherapies GmbH
Am Klopferspitz 19 a
82152 Planegg-Martinsried

Prof. Dr. Dolores Schendel
T: +49 (0)89 3187-1301
E: schendel(at)helmholtz-muenchen(dot)de

Über Ascenion

Die Ascenion GmbH ist ein IP Asset Management-Unternehmen mit besonderer Kompetenz in den Lebenswissenschaften. Ascenion berät und unterstützt öffentliche Forschungseinrichtungen beim Schutz und der Verwertung ihres geistigen Eigentums (Patente, Know-how, Materialien) und übernimmt die Anbahnung und Vermittlung von Lizenzverträgen zwischen Forschungseinrichtungen und Industrie. Ein besonderer Schwerpunkt von Ascenion ist das Coaching von Unternehmensgründern und das aktive Beteiligungsmanagement. Das Unternehmen wurde 2001 als 100%ige Tochter der LifeScience-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung gegründet und ist exklusiver Technologietransferpartner von 23 Forschungseinrichtungen der Helmholtz- und Leibniz-Gemeinschaft sowie der Medizinischen Hochschule Hannover und des TWINCORE. Für diese vermarktet Ascenion mehr als 750 Technologien und schließt pro Jahr durchschnittlich 80 erlösbringende Verträge zwischen Forschung und Industrie. Das Team hat bereits mehrere Spin-offs begleitet und hält derzeit 27 Beteiligungen an diesen Unternehmen. Hauptsitz von Ascenion ist München. Weitere Geschäftsstellen sind in Berlin, Braunschweig, Hamburg, Hannover und Neuherberg.
Weitere Informationen unter www.ascenion.de