Der Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung kann zu einem Bruch in der Behandlung führen, gerade bei schweren psychischen Erkrankungen. Dr. Jakob Kaminski, Mitgründer von Recovery Cat, hat das als Psychiater und Psychotherapeut an der Charité – Universitätsmedizin Berlin häufig beobachtet.
Zusammen mit einem interdisziplinären Team hat er deshalb eine Plattform entwickelt, die eine Fortsetzung der Behandlung erleichtert. Patienten und Behandelnde können damit den Therapieverlauf gemeinsam verfolgen und anpassen. „Diese enge Zusammenarbeit ist für uns zentral“, so Jakob Kaminski. Sie stärkt die Mitwirkung der Patienten, weil sie erleben, dass ihre Aufzeichnungen reale Auswirkungen haben – auf ihre Selbstwahrnehmung und den weiteren Therapieverlauf. Behandelnde können auf Basis der Daten fundiert über Therapieanpassungen entscheiden, etwa bei Dosisreduzierungen. „Ohne ausreichende Informationen wird im Zweifel die höhere Dosis gewählt“, so Kaminski. Das Feedback ist entsprechend positiv, die App erreicht in einer Machbarkeitsstudie eine beeindruckende Nutzungsrate von ca. 80 %.
Seit Jahresbeginn übernimmt die Techniker Krankenkasse die Kosten für die hybride Versorgung mit Recovery Cat. „Wir sehen großes Potenzial, auch für andere Krankheitsbilder“, sagt Jakob Kaminski. „Hybride Versorgung ist eine echte Alternative zum klassischen Ansatz, einfach mehr Betten bereitzustellen, mit hohem Nutzen für Patienten, Behandelnde und Krankenkassen.“ Unterstützt wurde das Team vom BIH Digital Health Accelerator und von Ascenion, die die Lizenzverträge mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health in der Charité verhandelt hat und Anteile am Start-up hält.
(Jahresbericht 2024/25)
