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KI kann’s besser: Bildanalyse in der medizinischen Diagnostik

Wir Menschen brauchen viel Zeit, um komplexe Bilder wie Gewebeschnitte oder Röntgenaufnahmen zu analysieren – und machen dennoch Fehler. Das gilt auch für Experten. Zwei Start-ups von Charité und BIH haben KI-basierte Lösungen für eine bessere Diagnostik entwickelt. Beide werden von Ascenion und BIH DHA unterstützt.

Aignostics: Präzisionsdiagnostik für die Pathologie
Krebs, Infektionen, Autoimmun- und viele weitere Erkrankungen führen zu mikroskopisch sichtbaren Veränderungen im Gewebe von Patienten. Die Analyse derselben ist seit Jahrzehnten Grundstein der pathologischen Diagnostik. Die von Prof. Frederik Klauschen, Prof. Klaus-Robert Müller und Kollegen entwickelte KI-Plattform von Aignostics kann bekannte, krankheitsassoziierte Merkmale in standardisierter Form mit hoher Präzision erkennen, wodurch der Durchsatz steigt und die Fehlerrate sinkt.
Aber die Plattform kann noch mehr: Sie hilft, neue Marker zu entdecken, die Vorhersagen zulassen, ob ein Patient auf eine bestimmte Therapie ansprichen wird oder nicht, etwa für klinische Studien. Die KI-basierte Analyse findet nicht nur Zusammenhänge zwischen komplexen Gewebebildern und klinischen Ergebnissen, sondern macht auch transparent, welche Pixel der analysierten Bilder für die Korrelation entscheidend sind. Anhand dieser Informationen können Pathologen nachvollziehen, welche Marker prognostische Relevanz im Hinblick auf den untersuchten Therapieansatz haben.

dentalXrai: Bessere Entscheidungen in der Zahnmedizin
Röntgenaufnahmen werden in der zahnmedizinischen Diagnostik eingesetzt, um Karies, Infektionen oder Implantate und Wurzelfüllungen zu erkennen. Die Differenzierung ist nicht immer einfach, selbst für Experten. Die von Prof. Falk Schwendicke und seinem Team entwickelte KI-basierte Plattform schafft Abhilfe: Zahnärzt:innen und Unternehmen im zahnmedizinischen Bereich können ihre Röntgenbilder einfach hochladen und sofort analysieren lassen. Die Ergebnisse sind präzise und in einer Form abrufbar, die mit üblicher Praxissoftware kompatibel ist und so die Dokumentation vereinfacht. Die gewonnene Zeit kann für Patienten und Behandlungen genutzt werden.
Die zugrundeliegenden Modelle wurden – und werden weiterhin – mit Hilfe eines immens umfangreichen zahnmedizinischen Datensatzes optimiert. Dieser umfasst neben Röntgenbildern auch klinische und soziodemografische Daten der Charité und weiterer klinischer Partner in aller Welt.

(Jahresbericht 2020)