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Rückfall verhindern: Radioimmuntherapie gegen das Glioblastom

Wenn eine Tumoroperation erfolgreich verlaufen ist, können Krebspatienten zunächst aufatmen. Was aber bleibt, ist das Risiko eines Rückfalls. Es entsteht durch einzelne Krebszellen, die schon vor der Operation in benachbartes Gewebe eingewandert sind und zu einem späteren Zeitpunkt zu Metastasen heranwachsen können. Operativ lassen sie sich nicht erreichen, durch Antikörper hingegen schon.

Um beim Glioblastom, einem besonders aggressiven Hirntumor, solche verbliebenen Krebszellen gezielt zu bekämpfen, kommt ein Antikörper-Fragment gegen Carboanhydrase (CA) XII zum Einsatz, das von Prof. Reinhard Zeidlers Team am Helmholtz Munich entwickelt wurde. Dieses Antigen wird von Glioblastomzellen exprimiert, nicht aber von gesunden Gehirnzellen. In Kooperation mit dem Münchener Biotech-Unternehmen ITM und Experten am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität wurde ein radioaktiv beladenes Anti-CA-XII-Fragment entwickelt und evaluiert. In einer klinischen Studie mit der Universitätsklinik Münster soll das Fragment nach Beendigung der Standardtherapie in die durch die operative Entfernung des Tumors entstandene Höhle appliziert werden, um restliche Glioblastomzellen in der Umgebung gezielt zu vernichten.

„Ich mache Krebsforschung, damit Patienten eines Tages davon profitieren“, so Prof. Zeidler. „Wenn es gelänge, das Rückfallrisiko zu senken, wäre das wirklich ein Meilenstein in der Glioblastomtherapie.“ Ascenion arbeitet schon viele Jahre lang mit Reinhard Zeidler zusammen und war, zusammen mit der Abteilung Innovationsmanagement am Helmholtz Munich, maßgeblich an der Verhandlung eines Lizenzabkommens zwischen Helmholtz Munich und ITM beteiligt, mit dem das Unternehmen eine exklusive Option zur Lizenzierung des Wirkstoffes und zugehöriger weltweiter Patente und Know-hows zur Produktion und Anwendung des CA-XIIFragments erworben hat. ITM hat die Option in der zweiten Jahreshälfte 2022 gezogen.

(Jahresbericht 2021/22)