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SORMAS: Kontrolle von Epidemien

Welche Gefahr hochansteckende Infektionskrankheiten darstellen können, haben wir inzwischen alle erlebt. Vor wenigen Jahren noch galt das vornehmlich als Problem strukturschwacher Regionen mit niedrigen Einkommen. Um dort Leben zu retten, hat Prof. Gérard Krause, Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung, 2014 begonnen, eine modulare Software zu entwickeln, die es ermöglicht, Ausbrüche früh zu erkennen, Verläufe zu verfolgen und Ressourcen zur Gesundheitsversorgung dort bereitzustellen, wo sie benötigt werden. Mit mehreren Partnern hat er dieses Konzept zur Plattform SORMAS (Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System) weiterentwickelt, die heute in vielen Regionen Afrikas und Europas zur Kontrolle von bislang 37 Infektionskrankheiten eingesetzt wird, u. a. Ebola, Malaria, Cholera, Masern – und inzwischen auch COVID-19.
SORMAS verknüpft spezifisches epidemiologisches Expertenwissen mit vielfältigen Systemen zur Datenaufnahme und -verarbeitung. Zum Management der Corona-Pandemie verbindet es zum Beispiel Daten der Gesundheitsämter mit dem Überwachungsnetz des Robert Koch-Instituts und elektronischen Symptomtagebüchern positiv getesteter Personen. Das vereinfacht nicht nur viele Abläufe innerhalb der Gesundheitsämter, sondern auch die ämterübergreifende Zusammenarbeit. Die Plattform wird datenschutzkonform für jedes Gesundheitsamt zur Verfügung gestellt und auf einem individuellen, virtuellen Server beim Informationstechnikzentrum Bund betrieben.

(Jahresbericht 2020)