Einem Forscherteam am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) um seinen Direktor Prof. Achim Hoerauf ist es in Kollaboration mit der Abteilung Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie der Universität Bonn und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) gelungen, eine Partnerschaft mit der japanischen Pharmafirma Eisai einzugehen. Gemeinsam arbeiten sie an der Weiterentwicklung des Antibiotikums Corallopyronin A (CorA) als Mittel zur Behandlung der vernachlässigten Tropenkrankheiten Flussblindheit und Lymphatische Filariose, die durch Infektionen mit Würmern aus der Gruppe der Filarien entstehen und vor allem Menschen in tropischen Gebieten betreffen. Ascenion hat als Technologietransferpartner des HZI den Kooperationsvertrag mit Eisai mitgestaltet. Das Projekt wird mit ca. 5,6 Mio. Euro durch den japanischen Global Health Innovative Technology (GHIT) Fund gefördert.
Ziel ist die Entwicklung eines sicheren und nachhaltig wirksamen Medikaments gegen diese Wurmerkrankungen, die außer zur Flussblindheit unbehandelt auch zur sogenannten Elephantiasis führen können, einer Krankheit, bei der sich Extremitäten durch Zerstörung der Lymphbahnen stark vergrößern. Mehr als 21 Millionen Menschen in Afrika sind mit dem Erreger der Flussblindheit infiziert. Etwa jeder Zehnte davon erblindet.
Mit Corallopyronin A haben Prof. Hoerauf und sein Team bereits 2009 einen wirksamen Arzneimittelkandidaten zur Bekämpfung der Würmer gefunden. Das Antibiotikum zielt auf Bakterien ab, die als Symbionten in den Würmern leben und für diese überlebensnotwendig sind. Der Naturstoff wurde in den 80er Jahren von Wissenschaftlern am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung isoliert und als wirksames Antibiotikum gegen Staphylokokken charakterisiert.
Derzeit befindet sich die translationale Forschung in der Endphase der präklinischen Erprobung und die erste klinische Testung soll schon 2025/2026 erfolgen. In Zusammenarbeit mit dem HZI konnte ein biotechnologischer Prozess etabliert werden, mit dem der Wirkstoff in ausreichender Menge und Reinheit für die Toxizitätsprüfungen produziert werden kann. Eine Herstellerfirma, die das Antibiotikum in industriellem Maßstab auch für klinische Prüfungen produzieren kann, wurde kürzlich unter Vertrag genommen.
Weitere Informationen:
Pressemeldung des HZI
Ascenions Partnerinstitut HZI an Entwicklung von neuem Antibiotikum beteiligt
Zur Weiterentwicklung eines Antibiotikums gegen Tropenkrankheiten kooperiert das Universitätsklinikum Bonn (UKB) gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) nun mit der japanischen Pharmafirma Eisai und hat eine hohe Fördersumme eingeworben.

