Brauchen wir Technologietransfer? Und falls ja, wozu? Diesen Fragen geht die National Academy of Inventors (NAI) in einem kürzlich publizierten Fachartikel nach. Der sichere Weg zum großen Geld ist es jedenfalls nicht – obwohl der amerikanische Berufsverband AUTM für 2012 eine Rekordsumme von insgesamt 2,6 Milliarden USD an Lizenzeinnahmen für akademische Einrichtungen in den USA vermelden konnte. Weitere Studien zeigen allerdings: Weniger als 1% aller aktiven Lizenzverträge bringen mehr als eine Millionen USD, und mehr als die Hälfte aller Technologietransfer-Einrichtungen in den USA spielen weniger Geld ein als sie verbrauchen. Wo also liegt der Nutzen? Auf mehreren Ebenen, so die Autoren. Anhand vielfältiger Beispiele machen sie deutlich, dass ein aktiver Technologietransfer ein unverzichtbarer Baustein im System ist, der viele Vorteile für Wissenschaftler, akademische Einrichtungen, die Volkswirtschaft und die Gesellschaft mit sich bringt. Neben direkten Lizenzeinnahmen sind dies:
- Stimulierung einer lebendigen Innovationskultur an akademischen Einrichtungen, die u. a. dazu beiträgt hochkarätige Wissenschaftler zu gewinnen und zu halten
- Erhöhung der Chancen zur Einwerbung finanzieller Mittel, u. a. im Rahmen industrieller oder internationaler Kooperationen
- Verbesserung der Ausbildungsqualität und der beruflichen Aussichten von Wissenschaftlern durch Kontakte und Kooperationen mit der Industrie
- Gesellschaftlicher Gewinn durch innovative Produkte, die unsere Lebensqualität und Gesundheit verbessern
- Volkswirtschaftlicher Gewinn durch neue Unternehmen, attraktive Arbeitsplätze und Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes
Mehr Info: Artikel in Technology and Innovation, Volume 16, Number 1, 2014, pp. 75-84(10); Open Access: <link http: www.ingentaconnect.com content cog ti art00009 external-link-new-window>www.ingentaconnect.com/content/cog/ti/2014/00000016/00000001/art00009

