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Neues Start-up APTA Therapeutics forscht weiter an BC007 gegen Long COVID

Ascenions Portfoliounternehmen APTA Therapeutics hat die Rechte am Wirkstoff Rovunaptabin von Berlin Cures erworben. Nachdem dessen Phase-II-Studie die Wirksamkeit des DNA-Aptamers nicht belegen konnte, zeigt eine neue Studie am Universitätsklinikum Erlangen nun positive Ergebnisse.

Rovunaptabin (formell BC 007) bindet an Autoantikörper, die sich gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren im eigenen Körper richten, und neutralisiert diese. Solche Antikörper kommen bei verschiedenen Erkrankungen vor, auch beim Post-COVID-Syndrom (PCS) – allerdings hier nicht bei allen Patienten. Der Wirkstoff wurde vom Berliner Start-up Berlin Cures entwickelt. Eine erste Fallstudie zeigte 2021, dass Patienten mit PCS deutlich von der Behandlung profitieren können. In einer Phase-II-Studie (BLOC) im Jahr 2024 war der Wirkstoff jedoch der Placebo-Substanz nicht überlegen. Nach diesem Ergebnis meldete das Unternehmen Insolvenz an.

Wissenschaftler an der Augenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, die Pathomechanismen des Glaukoms erforschen, ließen sich allerdings von den negativen Ergebnissen nicht entmutigen. Sie sind an dem Wirkstoff interessiert, weil auch bei Glaukompatienten derartige Autoantikörper nachweisbar sind.

Die Forschenden testeten Rovunaptabin an 30 ausgewählten Patienten mit PCS. Die Ergebnisse dieser reCOVer-Studie, einer selbst initiierten, nicht kontrollierten klinischen Phase-IIa-Studie, wurden im Fachjournal eClinicalMedicine veröffentlicht. Die Studie umfasste nur PCS-Patienten, bei denen diverse Varianten funktioneller Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren nachweisbar waren. Diese Autoantikörper gelten als pathogener Faktor bei PCS-Patienten, die vor allem unter ausgeprägter Fatigue, einer sehr belastenden, dauerhaften Erschöpfung, leiden. Die Daten zeigen, dass es bei diesen Patienten zu einer signifikanten Verbesserung ihrer Long-COVID-Symptome kam, was die Durchführung weiterer klinischer Studien nahelegt, um die Ergebnisse in einer größeren Kohorte zu bestätigen.

Nun hat APTA Therapeutics, ein kürzlich gegründetes biopharmazeutisches Unternehmen mit klinischen Produktkandidaten unter der Leitung des ehemaligen CEOs von Berlin Cures, Dr. Oliver von Stein, die Rechte an Rovunaptabin erworben und plant, die klinische Entwicklung fortzusetzen. Dabei sollen die Ergebnisse der BLOC-Studie berücksichtigt und ein stärkerer Fokus auf die Identifizierung solcher Patienten gelegt werden, die am ehesten auf das Medikament ansprechen. Das Unternehmen wird mit führenden medizinischen Experten, renommierten klinischen Zentren sowie nationalen und internationalen medizinischen Instituten zusammenarbeiten, um Rovunapatabin in die für die Marktzulassung erforderliche Phase-III-Studie zu bringen.

Long COVID betrifft weltweit ca. 6-7 % der erwachsenen Bevölkerung. Es ist ein Oberbegriff für eine Gruppe von Erkrankungen mit unterschiedlichen Symptommustern, die infolge einer COVID-19-Erkrankung auftreten. Wissenschaftler sind sich einig, dass es keine universelle Heilung geben wird.

Die wissenschaftlichen Wurzeln von APTA Therapeutics liegen bei zwei der renommiertesten Forschungseinrichtungen Berlins: der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin. Ascenion hat als Technologietransferpartner der Charité und des Max Delbrück Centers das neugegründete Unternehmen von Anfang an begleitet und die Verhandlung der Lizenzvereinbarung mit beiden Partnerinstituten unterstützt.

Weitere Informationen: Website von APTA Therapeutics